Kurz vor Abfahrt

Mast nicht einfach nur gelegt, sondern auch kanalfest gestaut. Kein Überstand, keine Stolperfallen.

Unseren Mast kann man auf drei Weisen „legen“:

  1. Blitzmethode: Achterstag lockern, vordere Unterwanten an Schwanenhälsen loswerfen, vorne Steckklappbolzen ziehen und Mast mit Talje runterlassen. Dauer: 2 Minuten, bei Training auch nur 1 Minute.  Dann haben wir rund 3m Höhe über Wasser, weil ja der Jüttbaum senkrecht  nach oben steht. Wenn wir nicht gerade bei Hochwasser durch die Schleuse und die Brücken gehen, dann passt das. Für kurze Strecken gut zu fahren, bei der Schleuse muss man aufpassen, dass der lange Mast hinten nicht an die Schleusenwand schrappt und den Verklicker demoliert. Übungssache. Die beiden Kabel für Funk und Motorlicht müssen nicht bedacht werden, sind lang genug.
  2. Blitzmethode plus Jüttbaum umlegen: Das reduziert die Durchfahrtshöhe um einen knappen Meter auf gut 2m. Dazu muss nur der Jüttbaum mittels eines weiteren Steckklappbolzens von der Talje gelöst werden und an Deck ab gelegt werden. Dauert 30 Sekunden länger als Methode 1. Alle andere Vor- und Nachteile von Methode 1 bleiben bestehen, nur die Durchfahrtshöhe reduziert sich deutlich.
  3. Kanalfahrtmethode und Winterlager: Man geht vor wie bei 1 und 2. Dann werden die  beiden o.g. Kabel unter Deck getrennt und durch die Decksdurchführung an Deck gezogen. Die Kabellänge reicht sonst nicht aus, um den Mast nach vorne bis zum Bugkorb zu verschieben. Anschließend zieht man den Mastbolzen, hebt den Mast kurz darüber und steckt den Bolzen wieder durch. Dann liegt der Mast zunächst hinten auf der Maststütze am Heck und auf dem Mastbolzen. Dann zieht/schiebt man den Mast stückweise nach vorne, bis er über dem Ankervorbau steht. Durch Unterlegen eines Fenders quer über den Bugkorb wird er sanft dort gelagert. Der Großbaum wird am Mast oben aufliegend festgebunden, die Wanten und Stagen zusammengebunden. Das Schiff ist gut zugänglich, hinten steht  nichts lang über und es gibt wenig Stolperfallen an Deck. Das kann zwischen 15 und 20 Minuten dauern, wenn man es ganz alleine macht auch schon mal eine gute halbe Stunde.

Bei Variante 3 ist ja das Funkgerät außer Kraft gesetzt, AIS auch, weil die Antenne abgestöpselt wurde. Aber auch bei 1. und 2. ist nicht viel Wirkung zu erwarten, weil die Antenne flach über Wasser liegt und nicht senkrecht steht. Wir bestrahlen also bestenfalls die Fische und die int. Raumstation. Deshalb ist nun die Antenne zu wechseln (Stecker raus, anderer Stecker rein am Duplexer im AIS-Transponder) und die seitlich am Fahrstand montierte Antenne ist zu auf den Antennenfuß aufzustecken. Reichweite kleiner als auf dem Masttopp, aber ausreichend. Eben wie bei einem Motorboot.

Die „Kanal-Antenne“, die bei gelegtem Mast und langen Kanalfahrten zum Einsatz kommt.

Von Kommodore

Segler seit 1965. Bevorzugt im Wattenmeer unterwegs. 30 Jahre Jugendwart mit Aufbau einer Zugvogel-Flotte und jährlich mehreren Touren von Fedderwardersiel bis zum Ijsselmeer. Seitdem auch als Ausbilder tätig, früher für Jugendliche, heute für Erwachsene. Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Als Funkamateur natürlich auch mit Kurzwelle an Bord vom "Butt", beliebteste Betriebsart ist immer noch die Morsetelegrafie.

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