Tag 11 Friesland 2022 (11.6.) Ruhetag in Dokkum

Heute wurden wir schon von Sonnenschein geweckt! Das war bisher wahrlich nicht immer so. Und der Wetterbericht verkündet weiterhin stabiles sonniges Wetter, allerdings mit stärkerem Wind, was uns aber „binnen“ überhaupt nicht schrecken kann. Heute schon gar nicht, denn wir bleiben ja einen Tag an unserem optimalen Liegeplatz unter der Mühle in Dokkum liegen.

Frühstück mit Croisssants
Frühstück mit Möwenbeobachtung
Junggesellenabschied

Hier ist immer was zu beobachten. Erst mal der ganze Brückenverkehr, dann aber auch unterschiedlichste Gruppen, die ihre Touren durch den Ort machen, drumrum und mittendurch. Neben StandUp-Paddlern und Individualisten mit selbstgebauten Flößen, Anglern und Rudervereinen kam heute früh noch mal ein vermutlicher Junggesellenabschied mit lauter Musik, bunten Luftballons und dem Bräutigam im geschleppten Miniboot dazu.

Ich war schon handwerklich tätig. Als erstes habe ich meine selbstgebaute Morsetaste zerlegt, nachdem sie mich gestern Abend im Betrieb durch schlechte Kontakte genervt hatte.

Morsetaste wird zerlegt

Alles mit primitivem Werkzeug, weil ich zu faul war, die ganze Werkzeugkiste rauszuholen. Aber an einem guten Universaltool vom Baumarkt ist halt alles dran, was man braucht. Und so war der Eingriff erfolgreich. Und weil ich gestern auch keinen guten Platz für die Taste beim Geben gefunden hatte, musste ich in alter WWII-Stuka-Flieger-Manier geben: Taste auf dem Oberschenkel, nur halt leider ziemlich locker. Jetzt habe ich noch ein Plätzchen für die Taste im Amaturenbrett gefunden und sie dort erstmal hingeklebt.

Morsetaste neben Tankanzeige

Betrieb nur durch das Steuerrad hindurch möglich. Das ist gleichzeitig eine Sicherheitsmaßname, dass in Fahrt keine Morsezeichen gegeben werden können. Mechanisch unmöglich und daher sicher.

Angesäuertes Frühstücksfleich als Köder

Dorit ist in die City zum Bummel aufgebrochen und ich habe vor, gleich die Angeln auszuwerfen. Hatte ja gestern Abend noch online einen für ganz Holland geltenden Angelschein erworben. Voll digital, in Deutschland aus vielen Gründen gar nicht möglich. Hier kann ich damit an 85% der holl. Gewässer zwei Angeln auswerfen, eine App zeigt mir meinen Standort und ob das Gewässer dafür frei ist. Genial! Kostet 38 Euro für ein ganzes Jahr! Wieder einmal gilt: Vorteil Holland! Hier kommt doch tatsächlich täglich ein Mensch rum und sammelt unseren Müll von Bord ein! Alles mit im Liegegeld inbegriffen! Also raus mit den Ruten, zumal sich das als Köder gedachte angebrochene Frühstücksfleisch inzwischen mit einem Hautgout umgibt, für Dorit ätzend, für die Fische verlockend. Ich werde es noch ein Stündchen in die Sonne stellen…. Wenn da kein Fisch beißt, dann ist schlichtweg kein Fisch im Gewässer! Ich halte Euch auf dem Laufenden…

Abendlicher Nachtrag von 1800h:

Es wird fast schlagartig ruhig auf den Gewässern Dokkums! Vorher war hier stark Touristik auf Wasser und Jugend in Schlauchbooten angesagt. Es brummte und die Wellen brachten den „Butt“ zum Schaukeln. Die Angel war immer wieder leergefressen, ohne dass ich im bewegten Wasser einen Biss hätte erkennen können. Bis(s) auf einen, aber da ging mein Anschlag ins Leere, weil die Trommelbremse noch geöffnet war. Aber mein Frühstücksfleisch scheint den kalten Kameraden unter Wasser (oder waren es Wollhandkrabben?) bekömmlich zu sein.

Gebannter Blick zum Lotusgrill

Dorit und ich habe aber auch unseren legendären Lotus-Grill ausgepackt und mal etwas holl. Fleisch gegrillt.

Als ich eben das Grillrost hinterher an einem Bändsel zum „Einweichen“ ins Wasser hängte, da war der Effekt ähnlich, als hätte ich Diesel ins Wasser verloren, etwa aus der Bilge! Das Fett machte heftige Schlieren, die jedoch in Altväterweise mit einem Spritzer Spülmittel schnell zum Verschwinden gebracht werden konnten. Aber es gibt ja eben auch die bösen Fette und die guten Fette… Dieseltreibstoff gehört zu den „Guten“….

Meine Angel liegt wieder aus, jetzt auf glatter Wasser-Oberfläche und ich werde gleich die zweite auch noch auslegen und in den Abend hinein angeln.

Und morgen geht es dann weiter in die Hauptstadt Frieslands, nach Leeuwarden.

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Von Kommodore

Segler seit 1965. Bevorzugt im Wattenmeer unterwegs. 30 Jahre Jugendwart mit Aufbau einer Zugvogel-Flotte und jährlich mehreren Touren von Fedderwardersiel bis zum Ijsselmeer. Seitdem auch als Ausbilder tätig, früher für Jugendliche, heute für Erwachsene. Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Als Funkamateur natürlich auch mit Kurzwelle an Bord vom "Butt", beliebteste Betriebsart ist immer noch die Morsetelegrafie.

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