Tag 14 Friesland 2022 (14.6.) Grouw nach Woudsend

Segeln auf dem Sneeker Meer
Mittagspause am Tjeukemeer

Achtung, heute bin ich spät, aber gleich kommt der Rest. Viel gesegelt, viel gefahren, viel erlebt und den ganzen Tag keinen Internetzugang – bis jetzt im Hafen von Woudsend!

Bin gleich wieder da…. und ist die Route:

So,  nun gibt es viel zu erzählen. Das es erst jetzt am Abend möglich ist, liegt erstens an der lange Strecke und der Segelei und zweitens daran, dass wir die Mittagspause mitten in der Natur und fernab von jedem Netz gehalten haben. Da war einfach nichts möglich, was mit Internet zu tun hat.

Gestern Abend hatte ich im Yachthafen von Grouw noch die Angel draußen und auf mein altes Frühstücksfleisch tatsächlich zwei kräftige Bisse. Leider – oder vielleicht zum Glück (!) – konnte ich beide Male den Fisch nicht haken, oder aber nur kurz.  Dann war er wieder ab. Das lässt der Phantasie weiten Lauf und für mich ist das fast das Schönste am Angeln.

Aber nun zum heutigen Tag. Nach geruhsamer Nacht brachen wir halber zehne auf und bekamen es nach einem Kilometer schon wieder mit einer Eisenbahnbrücke zu tun. Vorher sah ich noch den Zug darüber fahren und dann öffnete sie sich ganz alleine, obwohl ich den passenden Funkkanal schon eingestellt hatte und es gab keinerlei Wartezeit. Überhaupt Brücken: das war heute der extremste Brückentag, und zwar nicht von der Anzahl, sondern von der Art der Brücken! Erst einmal sind wir zweimal unter der Autobahn durchgesegelt und es musste keine Brücke gehoben, gedreht oder geschwenkt werden. Die Durchfahrtshöhe betrug nämlich locker 11 bzw. sogar 12 Meter! Trotzdem segelt man da mit einem mulmigen Gefühl unters Bauwerk, denn die Optik sagt ständig: es passt nicht!!! Man muss dann einfach den Messungen glauben, und dann passt es eben doch. Und es ist sogar noch Luft drüber und die sieht man nicht. Eine Dorfbrücke musste bezahlt werden (3 Euro), die anderen waren gratis. Und der Clou war die Autobahnbrücke kurz vorm Tjeukemeer: sie wurde nur für uns geöffnet!

Autobahnbrücke A6, nur für uns gehoben!

Und während wir durchfuhren, wurden alle Spuren der Autobahn Nr. 6 angehalten, die so stark befahren ist wie bei uns die A1 oder die A2! Dorit bekam fast ein schlechtes Gewissen, dass nur wegen uns sich lange Schlangen bildeten. Aber die Holländer sehen das entspannt. Allerdings öffnet die Brücke nicht früh morgens und abends, wenn Hauptverkehrszeit ist. Verständlich.

Mit dem Segeln war es heute so, wie es leider oft passiert: Ist der Wind in Stärke und Richtung gut, dann ist bestimmt gerade in keinem Segelrevier. Ist man aber im Segelrevier, wie wir heute, dann herrscht Flaute- und auch noch aus der falschen Richtung (also wenn mal Wind aufkam, dann meist auf die Nase). Bei Bft 1 aufzukreuzen setzt allerdings drei Fortgeschrittenenkurse in Yoga voraus, um nicht aus der Haut zu fahren!  Dennoch konnten wir heute auf dem Sneeker Meer einen schönen Törn segeln. Und morgen richten wir es dann so ein, dass es passt. Zumal Bft 3-4 angesagt ist, und dann auch noch aus einer passenden Richtung. Schaumermal…

Wir wollten eigentlich in Sloten bleiben, aber die wenigen, schönen Liegeplätze vorm Stadttor waren alle vergeben und der Yachthafen war eng und irgendwie unschön. Somit entschlossen wir uns, auch nach Studium der Fachliteratur, doch noch bis Woudsend weiterzufahren. Es hat sich gelohnt. Wir liegen prima, das WLAN ist vom Feinsten, ebenso wie die Sanitäranlagen. Und es kostet auch komplett wiederum nur 13 Euro für die Nacht. Und in Deutschland….? Ich will mich nicht wiederholen….

Es folgen jetzt noch ein paar Bilder, dann gibt es Abendbrot und wenn die Sonne sinkt, dann lege ich wieder die Angel aus – im Hafen. In Deutschland auch alles verboten…. Es ist schön, seinen Urlaub in einem Land von Wassersportlern und Anglern zu verbringen; bei Menschen, die auch sonst ganz entspannt sind. Hier dürfen Kinder auf den Stegen Roller fahren, bei uns dürfen sie nicht mal schnell laufen… Natürlich haften die Eltern an ihren Kindern, sollten sie mal einen Abgang mit dem Roller oder dem Skateboard vom Steg machen. Es macht übrigens tolle Geräusche, wenn so ein Skateboar über den Steg donnert…. aber ja nicht nachts…

Also, dann noch die Bilder, und dann sehen wir uns morgen wieder. Geplant ist, die größte Wasserfläche Frieslands, das Heeger Meer /Fluessen hin und zurück zu durchsegeln. Da kann man dann auch mal lange Kreuzschläge machen…

PS: Bei der anhaltend guten Wetterlage könnten wir aber auch bis Stavoren und dann raus aufs Ijsselmeer und in Workum wieder rein. Von dort kommt man auch wieder nach Heeg über das Große Gastmeer. Außerdem soll der Wind auf Süd drehen….

 

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Kategorisiert in Logbuch

Von Kommodore

Segler seit 1965. Bevorzugt im Wattenmeer unterwegs. 30 Jahre Jugendwart mit Aufbau einer Zugvogel-Flotte und jährlich mehreren Touren von Fedderwardersiel bis zum Ijsselmeer. Seitdem auch als Ausbilder tätig, früher für Jugendliche, heute für Erwachsene. Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Als Funkamateur natürlich auch mit Kurzwelle an Bord vom "Butt", beliebteste Betriebsart ist immer noch die Morsetelegrafie.

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