Tag 6 Friesland 22 (6.6.) Delfzijl nach Groningen

Wir haben echt Glück gehabt mit dem Wetter: kaum im sicheren Hafen gelandet und festgemacht, brach gestern Abend auch schon schlechtes Wetter über uns herein, Regen und Starkwind. Das ist bis jetzt, morgens acht Uhr, auch so geblieben. Mehrfach die Leinen und Fender wegen komplexer Winddrehungen kariert. Vor allem aber immer mit unseren sechs Geräten am WLAN rumgebastelt, mit wechselndem Erfolg.

Ich sitze also bei Regen und Starkwind am Tablet, weil alles andere nicht online nicht funktioniert. Egal, spätestens in Groningen werden wir das geregelt haben. Unsere jeweiligen Multi-SIMs funktionieren nicht, sie werden wohl nicht automatisch geroamt, wenn es über die Grenze geht. Das Binnenschiffer-WLAN lässt uns auch nicht mehr rein, warum auch immer.

So, jetzt Frühstück im Farmsumer Hafen, dann wird das Wetter besser und wir legen ab Richtung Groningen. Drei Stunden wird die Fahrt dauern. Danach mehr….

Digitale Testreihen bei Nacht, Regen und Sturm

Und „danach“ ist jetzt:

Um 1000h sind wir dann Richtung Groningen aufgebrochen. Sturm auf dem Eemskanal, 25 km voll von vorn. Wellen und Gischt auf dem Kanal, wie mag es draußen dann erst zugehen?! Der Diesel musste deshalb etwas höher drehen, aber 5kn wären schon sehr flott gewesen bei dem Kuhsturm. Trotzdem habe ich auf dem Vorschiff alles fürs Mastlegen vorbereitet.  Als eine Baumgruppe leichten Windschatten  bot, ließen wir ihn mittels Jüt  und Talje herunter und nahmen gleich drei nahe Brücken hintereinander bis zum Groningen Oosterhaven, der heute ja eigentlich Pfliingsthaven heißen müsste. Ein Anlegemanöver für Fortgeschrittene krönte dann den Törn. Mast stand binnen 2min und kaum war die Persenning dicht, schüttete es aus allen Eimern.

Dorit bereitete uns ein feines Gericht, ich trank den restlichen Tee und steckte mir eine Pfeife an. Nur mit WLAN wollte es wieder nichts werden bisher. 30 im Angebot, zwei davon frei, aber nichts funktioniert. Also erst mal wieder Tablet und Telefonkarte. So, nun folgen noch ein paar Fotos:

Sturm auf dem Eemskanal

Inzwischen ist es 1700 geworden und es regnet seit Stunden in Strömen. Regenradar sagt, dass es in zwei Stunden vorbei sein könnte. Am Mastfuß regnet es etwas durch, aber deutlich weniger als letzten Sommer, deutlich! Wir haben die Augen geschont und uns dann wieder unserer Lieblingsbeschäftigung hingegeben: Wie kommen wir mit unseren Geräten ins Netz?! Dorit hat mit T-Online einen Chat gewagt und einen netten Beraten gefunden. Der hat ihr eine neue PUK geschickt, damit hat sie dann zweimal die PIN geändert und dann war neben ihrem Handy auch ihr iPad im Netz. Jetzt verbrät sie ihre eigenen Datenmengen, während ich es immerhin so weit ans Laufen bekommen habe, dass eine SIM von 1&1 nun im Huaweimobilrouter läuft und ich darüber mit meinem Laptop arbeiten kann. So weit, so gut. Das Problem ist nur, dass ich darauf das kleinste Datenvolumen habe und dass ein Aufstocken mir zu teuer ist. Irgendwann ist halt immer Feierabend….

Dorit sagt, sie hört es nur noch tropfen…. Aber es prasselt nur, es tropft nicht. Zum Glück! Somit können wir den Butt von vorn bis hinten auch im Dauerregen nutzen. Das war beim Jollenkreuzer anders. Da regnete hinten die Bilge voll und vorne musste das Schiebluk geschlossen bleiben, damit wenigstens die Kajüte im Flachdachstil ein wenig Trockenheit gewähren konnte. Und neben dem Schwertkasten konnte ich die Füße nicht umdrehen. War trotzdem ein tolles Schiff, der alte Butt I, der jetzt in Schweden kreuzt….

Also, es gibt heute nichts Aufregendes, nur noch Feuchtes zu berichten. Deshalb schließen wir jetzt an dieser Stelle. Bleibt alle schön trocken, nicht nur hinter den Ohren…..

Dauerregen im Oosterhaven Groningen
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Kategorisiert in Logbuch

Von Kommodore

Segler seit 1965. Bevorzugt im Wattenmeer unterwegs. 30 Jahre Jugendwart mit Aufbau einer Zugvogel-Flotte und jährlich mehreren Touren von Fedderwardersiel bis zum Ijsselmeer. Seitdem auch als Ausbilder tätig, früher für Jugendliche, heute für Erwachsene. Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Als Funkamateur natürlich auch mit Kurzwelle an Bord vom "Butt", beliebteste Betriebsart ist immer noch die Morsetelegrafie.

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